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Man hätte meinen können, hier stünde Ernst Mosch höchstpersönlich mit seinen Egerländer auf der Bühne der Wachenrother Ebrachtallhalle, so original klangen Musik und Gesangsstücke von «Radio Böhmen». Zum ersten Mal traten die Musiker aus ganz Franken, die sich im März 2007 als «Radio Böhmen» zusammengefunden haben, im Landkreis Erlangen-Höchstadt auf. Böhmische, egerländische und mährische Stilrichtungen waren zu hören und die Gruppe erntete viel Beifall von den über 300 Besuchern. Veranstalter des Konzertes war die Blaskapelle Wachenroth. Zweiter Vorsitzender Ludwig Roppelt freute sich sehr, dass dieser «Volltreffer» gelungen war. Mit dem Egerländer Musikantenmarsch begann der Musikabend unter Dirigent Oliver Flach aus Erlangen, der wahrlich Feuer im Blut hatte. Josef Stadler aus Bubenreuth war Moderator bei diesem außergewöhnlichen Highlight in der Ebrachtalhalle.

WAISCHENFELD. Kein neuer Radiosender, sondern eine Blaskapelle
steckt hinter dem Namen „Radio Böhmen“. Die 18 Musiker unter ihrem
musikalischen Leiter Oliver Flach folgten einer Einladung der
Waischenfelder Blasmusik und bereiteten den rund 150 Besuchern in
der Sport- und Bürgerhalle einen unterhaltsamen Freitagabend mit
böhmischer Blasmusik auf höchstem Niveau. Moderiert wurde das
beeindruckende Konzert von Harald Hirsch, Dirigent der
Waischenfelder Blasmusik. Die Musiker der Kapelle Radio Böhmen kommen aus den drei
fränkischen Regierungsbezirken. Ihren Sitz hat die Kapelle in
Erlangen. Eröffnet wurde das Konzert mit dem Marsch „Falkenauer“,
gefolgt von der „Egerländer Trachtenpolka“, dem „Walzer im
Rosengarten“ und der Polka „Liebling, ich hab dich tanzen seh´n,“
gesungen von dem Duo Oliver Flach und Rita Wildenauer. Im Programm folgten verschiedene musikalische Leckerbissen, so
zum Beispiel die „Feinschmecker Polka“ oder der „Strohwitwer“
oder der Walzer „Rosalie“ – wieder mit Gesang. Dazwischen auch
immer mal wieder ein anderer Rhythmus wie der „Beguine Suliko“.
Und dann eine Neukomposition: „Abendrot über Böhmen“ von Harald
Bernt, der übrigens auch unter den Konzertbesuchern war. Nach der Pause legte die Kapelle noch einmal kräftig zu und
eröffnete mit dem Marsch „El Picador“. Herrlich interpretierten
die Tenorhörner die Polka „Gablonzer Perlen“, und bei der
„Südböhmischen Polka“ zeigten die drei Klarinettistinnen, wie
wichtig die Holzbläser in der Blasmusik sind. Moderator Hirsch
bezeichnete sie als das „Salz in der Suppe“. Besonderes Lob hatte er auch für die beiden Tubisten Marco und
Frank Schwarzmann aus Neuhaus parat, die das Fundament der
Kapelle bilden. Noch eine Neukomposition, diesmal von Robert
Bernt, der in der Kapelle das erste Flügelhorn spielt: Seine
Polka „Egerländer Kirchweih“ wurde mit stürmischen Applaus
bedacht. Hat sie doch alles, was eine gute Polka ausmacht – eine
einprägsame Melodie, schön umspielt vom Holz und ein Trio, bei
dem die Tenorhörner und Baritone richtig aufblühen. Das Publikum, darunter viele Blasmusiker, genoss den Abend und
erklatschte sich drei Zugaben, bevor die „Radiosendung“ dann mit
dem „Böhmischen Traum“ zu Ende ging. tw

Quelle:
Steigerwaldkurier vom 01. Mai 2008 (Jahrgang 16 / Nr.
796)
„Willkommen bei Radio Böhmen“
„Standing Ovations“: Lohn für ein abwechslungsreiches Konzert
Lisberg. „Willkommen bei Radio
Böhmen“ hieß es in der Halle des
RWL in Lisberg: Das aus 20 Musikern
bestehende Orchester mit
Stammsitz in Erlangen bot unter
der musikalischen Leitung ihres
Dirigenten Oliver Flach ein abwechslungsreiches,
feuriges und
mitreißendes Programm Böhmischer
Blasmusikmelodien, u.a. vom
Altmeister der Blasmusik Ernst
Mosch, sowie auch von einigen
anderen bekannten Orchestern und
Komponisten.
Alexander Weiß aus Lisberg moderierte
diesen Abend sehr gekonnt
und stellte mit kleinen Geschichten
über die jeweiligen Musiker
diese persönlich dem Publikum vor.
Und genau dieses Zusammenspiel
zwischen abwechslungsreichen
sowie sehr lebendigen Musikstücken
und kurzweiliger Moderation
spiegelte dann auch den Namen
des Orchesters wieder, der im ersten
Moment den neugierig gewordenen
Interessenten ja doch eher
an einen bestehenden Radiosender
denken lässt. In der fast ausverkauften
Halle gelang es dem Orchester
durch seine mehr als hervorragende
Leistung das anwesende
Publikum bereits nach dem
zweiten Stück ganz für sich zu gewinnen.
Angetrieben vom musikalischen
Leiter, der in Original Egerländer
Tracht seine Musiker an diesem
Abend immer wieder mit sehr viel
Lebendigkeit, sowie seiner spürbaren
Liebe zu dieser Musik und
seiner guter Laune zu Höchstleistungen
motivierte, brachte das Orchester
dem Publikum höchste musikalische
Qualität zu Gehör, welche
im Amateurbereich von Blaskapellen
– und dazu zählt dieses
Orchester ja ebenfalls – eine große
Ausnahme darstellt und in der gesamten
weiten Region seines Gleichen
sucht. Auch das Gesangsduo
des Orchesters, Rita Wildenauer
und Oliver Flach, sorgte zwischendurch
immer wieder für musikalische
Kurzweiligkeit und Abwechslung,
so u.a. mit dem Walzer „Rauschende
Birken“ oder dem Welthit
“Egerland-Heimatland“.
Es war daher also keine Überraschung,
dass das Publikum am
Ende dieses absolut gelungenen
Abends das Orchester mit lang anhaltenden
“Standing-Ovations“ bedachte
und die Musiker erst nach
insgesamt 4 Zugaben von der Bühne
gehen ließ. Dass sich dieses
musikalische Ereignis im nächsten
Jahr wiederholen wird, dafür sorgte
das Publikum schon vorab durch
einstimmige Geschlossenheit und
auch der Sportverein RWL lud das
Orchester noch am gleichen Abend
spontan und begeistert für ein Konzert
im nächsten Frühjahr ein. Allen
Freunden und Interessierten der
Blasmusik, die dieses Jahr also
nicht die Gelegenheit hatten diesem
musikalischen Höhepunkt beiwohnen
zu können, wird sich im
April 2009 eine neue Gelegenheit
bieten, die sie dann aber keinesfalls
verpassen sollten.
Für die Teilnahme von „Radio Böhmen“
an der 1. Deutschen Meisterschaft
für Böhmisch-Mährische
Blasmusik in Gundelsheim am
Sonntag, 1. Juni 2008 anlässlich
des dortigen Bundesbezirksmusikfestes,
kann man dem Orchester
nach diesem grandiosen Konzert
nur Erfolg und gutes Gelingen
wünschen!
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